Peiselbeersaft

Preiselbeersaft zur Prävention von Harnwegsinfekten

Regelmäßiges Trinken von Preiselbeersaft könnte laut einer finnischen Studie das Risiko der Entwicklung von Harnwegsinfektionen reduzieren.Mit dem Fruchtsaft lässt sich die Rezidivrate solcher Infektionen um mehr als die Hälfte reduzieren im Vergleich zu Lactobacillus-Drinks oder einem Verzicht auf eine Therapie.

Dies belegt eine Studie von Professor Tero Koniokari von der Universität in Oulu und Kollegen. Die Wissenschafter analysierten betreffende Daten von 150 Frauen mit häufig rezidivierenden Harnwegsinfekten.
Die Teilnehmerinnen tranken täglich 50 ml Preiselbeersaft-Konzentrat oder nahmen fünfmal wöchentlich 100 ml eines Lactobacillus-Drinks zu sich.
Eine dritte Studiengruppe blieb unbehandelt.
Der Lactobacillus-Drink hatte nach sechs Monaten keinerlei positive Effekte: 39 Prozent der Frauen waren erneut erkrankt, in der Kontrollgruppe waren es 36 Prozent.
Dagegen hatten nur 16 Prozent der Frauen in der Preiselbeersaft-Gruppe ein Rezidiv – dies bedeute eine 20prozentige Reduktion des absoluten Risikos für Harnwegsinfekte.
Ursache des Effektes sind offenbar die Tannine im Preiselbeersaft. Entweder blockieren sie die Adhäsion der E. coli-Bakterien am Uroepithel oder es kommt zu einer Selektion weniger adhäsiver Bakterienstämme. Wahrscheinlich sei eine Kombination beider Mechanismen, so die finnischen Ärzte.

Da Preiselbeersaft ein natürliches Nahrungsmittel ist, halten die Wissenschaftler es für gut geeignet, um rezidivierenden Harnwegsinfekten bei Frauen effektiv vorzubeugen.
Die Laktobakterien in der Vergleichsgruppe hatten sich offenbar nicht im Urogenitaltrakt ansiedeln können. Bekanntlich reduzieren sie bei intravaginaler Applikation die Anzahl der Kolibakterien.