NÖ Ärztekammer Information für Patienten

NÖ Ärztekammer appelliert an Patienten, nur in Notfällen Ordinationen aufzusuchen

Patienten sollen jeden Ordinationsbesuch telefonisch abklären

Presseinformation vom 15.3.2020

„So wie in den Spitälern bereits sinnvollerweise alle nicht akut und zwingend notwendigen Interventionen aufgeschoben werden, müssen auch in den Ordinationen alle nicht zwingend notwendigen Patientenkontakte soweit wie möglich reduziert werden“, meint Dr. Christoph Reisner, MSc, Präsident der Ärztekammer für Niederösterreich. Er appelliert daher an alle Patientinnen und Patienten:

  • Haben Sie bereits einen Termin in einer Ordination vereinbart? Dann überlegen Sie, ob dieser Termin wirklich dringend ist. Falls nicht, rufen Sie in der Ordination an und verschieben Sie den Termin auf einen späteren Zeitpunkt.
  • Kommen Sie nicht unangemeldet in die Ordination, sondern nur nach telefonischer Abklärung!
  • Rufen Sie vor jedem Arztbesuch in der Ordination an, um den Termin zu bestätigen oder zu verschieben. Falls das Telefon überlastet ist, schicken Sie ein E-Mail.
  • Wenn der Arztbesuch aufgrund seiner Dringlichkeit nicht verschoben werden kann, kommen Sie bitte pünktlich. Nur so kann gewährleistet werden, dass nicht mehr als vier bis maximal fünf Patienten gleichzeitig in der Ordination sind.
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Seife, so auch unmittelbar nach Betreten einer Ordination.

Die Ärztinnen und Ärzte wurden bereits über diese Empfehlungen der NÖ Ärztekammer informiert.

Die gesamte Ärzteschaft nimmt zur Zeit genauso wie viele andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Gesundheitsberufen eine zentrale Schlüsselrolle ein und wird in den kommenden Wochen noch dringender gebraucht werden als bisher. „Für den Krankheitsverlauf von Covid-19 Patienten wird es entscheidend sein, wie gut es uns gelingt, die Strukturen im Gesundheitssystem aufrechtzuerhalten. Hier sind wir alle gefordert!“, so Reisner abschließend.

Coronavirus aktuelle Informationen

Coronavirus

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Zuletzt geändert: 17.03.2020
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Aktuelle Informationen

Informationen zu Arbeitsrecht, Reiserecht, Schulen, Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Arbeiterkammer und ÖGB: neue Hotline und Homepage für arbeitsrechtlichen Fragen: www.jobundcorona.at, Telefon: 0800 22 12 00 80 Mo-Fr ab 9.00 Uhr.

Verein für Konsumenteninformation: kostenlose Hotline für Fragen rund ums Reisen (täglich, auch am Wochenende, von 9 bis 15 Uhr unter der Telefonnummer: 0800 201211

Arbeiterkammer: Informationen zu Arbeitsrecht und Reiserecht, telefonisch Mo.-Fr. 8 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 01 501 65 1209

Wirtschaftskammer:Coronavirus Infopoint“, Telefon: 0590900-4352, E-Mail: infopoint_Coronavirus@wko.at

Bildungsministerium: Informationen und Empfehlungen für Schulen und Eltern

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus: Informationen zu Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

COVID-19: Fragen und Antworten

Fragen und Antworten

Kann ich mich über Lebensmittel oder Wasser mit dem neuartigen Coronavirus infizieren?

Nein: Von Fleisch, Wurst, Eiern, Obst, Gemüse, Wasser usw. geht keine Gefahr durch das neuartige Coronavirus aus. Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass sich Menschen über herkömmliche Lebensmittel bzw. über Trinkwasser/Leitungswasser oder Oberflächenwasser mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Auch für andere Coronaviren sind keine Berichte über Infektionen durch Lebensmittel bekannt.

Vom Genuss von rohem Fleisch oder Blut von Wildtieren wie Schlangen, Fledermäusen etc. wird aber dringend abgeraten.

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Fragen und Antworten zum Thema

Kann das Virus von Haustieren übertragen werden?

Derzeit gibt es keinen Hinweis darauf, dass Haustiere das Virus auf Menschen oder andere Haustiere übertragen können bzw. selbst daran erkranken. Eine in Hongkong beobachtete Virusvermehrung bei einem Hund gilt nach wie vor als Einzelfall, das Tier ist gesund. Tierhalter, die am Coronavirus erkrankt sind oder die sich womöglich mit dem Coronavirus infiziert haben, sollten zum Schutz des Tieres den Kontakt so gering wie möglich halten bzw. vor und nach dem Kontakt gründlich die Hände mit Seife waschen.

Welttiergesundheitsorganisation (OIE): FAQ Coronavirus und Heimtiere (auf Englisch)

Mit wieviel Grad muss die Wäsche gewaschen werden, damit Corona-Viren absterben?

Selbst bei den niedrigsten Temperaturen von Waschmaschinen (30 °C  für Wolle, Feinwäsche) führt die Beigabe von Waschmittel zum verlässlichen “Absterben” des neuartigen SARS-Coronarivurs-2. Dieses neue SARS-CoV-2 gehört zu den behüllten Viren und deshalb gegenüber Umwelteinflüsse sehr empfindlich (die Hülle ist die empfindliche Struktur).

Besteht ein Risiko durch den Hausmüll?

Nein. Abfälle, die in Haushalten anfallen und mit dem Corona-Virus verunreinigt sein könnten (z. B. Taschentücher), stellen kein höheres Infektionsrisiko dar. Gebrauchte Taschentücher sollten in „reißfesten” Kunststoffsäcken gesammelt werden und verschlossen in die Restmülltonne geworfen werden.

Warum werden keine Schnelltests durchgeführt?

Die in immer größerer Zahl angebotenen serologischen Schnelltests auf Antikörper sind im derzeitigen Status der Pandemie-Entwicklung wenig sinnvoll, da sie nicht geeignet sind, eine akute Infektion sicher nachzuweisen. Zum gesicherten Nachweis einer akuten Infektion mit SARS-CoV-2 kommt stattdessen eine andere, auch von der WHO empfohlene Methode in Frage: Diese basiert auf dem Nachweis von Nucleinsäuren durch Polymerasekettenreaktion (PCR-Tests).

Welche Personen haben ein höheres Risiko?

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Europäischem Zentrum für die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) haben folgende Personengruppen das höchste Risiko für eine schwere Erkrankung durch SARS-CoV-2:

  • Menschen im Alter von über 60 Jahren
  • Menschen mit Grunderkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Atemwegserkrankungen und Krebs

Schwangere haben beim neuartigen Coronavirus kein höheres Risiko, es gibt auch keine Hinweise, dass das Virus auf das Ungeborene übertragen wird. Lediglich bei der Geburt könnte eine infizierte Mutter das Virus auf das Baby übertragen.

Wie gefährlich ist dieses neuartige Coronavirus?

Wie gefährlich der Erreger ist, ist noch nicht genau abzusehen. Momentan scheint die Gefährlichkeit des neuen Coronavirus deutlich niedriger als bei MERS (bis zu 30 Prozent Sterblichkeit) und SARS (ca. 10 Prozent Sterblichkeit) zu sein. Man geht derzeit beim neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) von einer Sterblichkeit von bis zu drei Prozent aus. Ähnlich wie bei der saisonalen Grippe durch Influenzaviren (Sterblichkeit unter 1 Prozent) sind v. a. alte Menschen und immungeschwächte Personen betroffen.

Beckenbodengymnastik

Physikalische Therapie der Beckenbodeninsuffizienz

In Abhängigkeit von der Grunderkrankung sind unterschiedliche Methoden wirksam.Um Aussagen über die Wirksamkeit einzelner Therapieformen in der Behandlung der Harninkontinenz treffen zu können, untersuchten Wissenschafter des Instituts für Physiotherapie der Friedrich-Schiller-Universität Jena (B. Bocker, U. C. Smolenski) 24 Patientinnen mit neuromuskulärer Beckenbodenschwäche sowie 24 männliche Patienten nach Prostatektomie.
In einer kontrollierten, prospektiven Längsschnittstudie erhielten je 8 Patienten jeder Diagnosegruppe nach randomisierter Zuordnung eine Serie Elektrostimulation der Beckenbodenmuskulatur (ES), Biofeedbacktherapie (BF) und EMG-getriggerte Elektrostimulation (EMG-ES) in Kombination mit einer standardisierten Krankengymnastik (KG).
Hauptzielparameter war der Harninkontinenzgrad, Nebenzielparameter die Häufigkeit der Inkontinenzepisoden und Beckenbodenspannung, gemessen über den Oberflächen-EMG-Bereich.

In Bezug auf den Harninkontinenzgrad waren die Ergebnisse am Studienende bei Einsatz der Feedbackverfahren signifikant besser als nach isolierter Elektrostimulation.
In der Beeinflussung der Inkontinenzepisoden konnte die bessere Wirkung der Biofeedbackverfahren im Follow-up gesichert werden.
Bezüglich des EMG-Bereiches zeigt die reine Elektrostimulation im Gegensatz zu den Feedback-gekoppelten Verfahren keine Wirkung auf die Muskelaktivität.

Bei isolierter Betrachtung der Diagnosegruppen führte reine Biofeedbackbehandlung bei den prostatektomierten Patienten zur Abnahme der Harninkontinenz über das Therapieende hinaus.
Dagegen hatte EMG-getriggerte Elektrostimulation des Beckenbodens den nachhaltigeren Effekt auf den Harninkontinenzgrad der Patientinnen mit Postpoliosyndrom.

Die Wissenschafter nehmen an, dass bei operierten Patienten die Wiedereingliederung der Beckenbodenmuskulatur in ein kontinenzerhaltendes Muskelzusammenspiel mittels Biofeedback -unterstützter Krankengymnastik effizient ist, wogegen bei neurogener Muskelschwäche zusätzlich eine EMG-abhängige Elektrostimulation zur Funktionsverbesserung erforderlich ist.

Vasektomie – Prostatakrebs

Keine Steigerung des Prostatakarzinom-Risikos nach Vasektomie

Im Gegensatz zu vorausgegangenen Studien beschreibt eine im aktuellen JAMA publizierte Arbeit eine fehlende Assoziation zwischen der Steigerung des Prostatakarzinom-Risikos in Folge einer Vasektomie.
Die Möglichkeit der Steigerung des Prostatakarzinoms-Risikos nach Vasektomie wurde erstmals in Folge entsprechender Beobachtungen im Jahr 1990 publiziert.
Zwei große Studien aus dem Jahr 1993 schienen diese Assoziation zu bestätigen .
Ein Wissenschafterteam aus Neuseeland, jenem Land mit der höchsten Vasektomie-Rate der Welt, analysierte nun diesbezügliche Daten von 923 Männern mit Prostatakarzinom und 1.224 auf sozialen Status, geographische Region, Religiosität und Familienanamnese adjustierten Kontrollsubjekten.
Die Forscher um Dr. Brian Cox von der University of Otago in Dunedin fanden keine Evidenz einer Steigerung des Prostatakarzinom-Risikos bei vasektomierten Männern . Auch der Zeitraum zwischen Vasektomie und Entwicklung eines Prostata-Carcinoms konnte nicht als Risikofaktor definiert werden .

Die Wissenschafter konkludieren, dass eine Vasektomie auch 25 Jahre postoperativ mit keiner Steigerung des Prostatakarzinom-Risikos assoziiert ist.

Prostatakrebs und Ernährung

Prostatakrebs und Ernährung

Ernährungsgewohnheiten und das Auftreten von Erkrankunken wird seit langem beobachtet, in den letzten Jahren ist es jedoch auch gelungen dies zu beweisen.
Durch vitaminreiche und gesunde Ernährung kann das Risiko für viele Erkrankungen vermindert werden.

Mehrere Studien konnten einen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Prostatakrebs und der Prostatahyperplasie (=gutartige Prostatavergrößerung) zeigen.
Richtungsweisend war die Beobachtung von Emigranten aus Ländern mit niedrigem Prostatakrebsrisiko (z.B.Asien) in westliche Industrieländer mit hohem Risiko für Prostatakrebs:
Erst in der Folgegeneration der Emigranten zeigte sich das gleiche Risiko für Prostatakrebs (auch Brustkrebs,…) wie bei der übrigen Bevölkerung.
So konnte die Bedeutung der Ernährung und des “Lifestyle” für die Häufigkeit von verschiedenen Krebserkrankungen (v.a.Prostata) erahnt werden.

In den meisten asiatischen Ländern setzt sich die Nahrung zu einem wesentlich größerem Teil aus ungesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen und Phytoöstrogenen zusammen.
In manchen europäischen Ländern (Mittelmeer und Skandinavien) zeigt sich ein ähnlicher Effekt durch den häufigeren Verzehr von Fischen, Obst, Olivenöl und Rotwein. In diesem sind sogenannte Flavonoide für antioxidative Wirkungen und positive Effekte auf die Blutfette verantwortlich.

Es kann durch eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten auf lange Sicht das Risiko für viele Erkrankungen vermindert werden!

Das Risiko für Prostatakrebs kann sogar um 50% gesenkt werden.